„Luckenwalde: Junge Leute sollen in der Stadtpolitik mitmischen“

Luckenwalde: Junge Leute sollen in der Stadtpolitik mitmischen

>> Wir haben hier den Zeitungstext auf diese Seite eingefügt. Nachzulesen ist er auch auf der Seite der MAZ unter (Quelle):

https://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Luckenwalde/Luckenwalde-Jugend-soll-in-der-Stadtpolitik-mitmischen

Kinder und Jugendliche sollen in die Luckenwalder Stadtpolitik stärker einbezogen werden. Ein Auftakt-Event zu ihren Wünschen und Ideen gibt es am 9. April unter freiem Himmel in der Stadt.


Die Sozialarbeiter bereiten die Aktion „Misch(t) mit“ für den 9. April in Luckenwalde vor.
Quelle: Privat Anzeige Luckenwalde

Kinder und Jugendliche sollen künftig stärker an der Stadtpolitik beteiligt werden. So schreibt es die brandenburgische Kommunalverfassung neuerdings vor und so soll es in der Stadt Luckenwalde jetzt Schritt für Schritt umgesetzt werden. Der Nachwuchs ist sogar ausdrücklich aufgefordert, sich einzumischen. Unter dem Motto „Misch(t) mit“ sind Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 27 Jahren eingeladen, ihre Meinung zu sagen und Vorschläge zu unterbreiten.

Eine Art dezentrale Live-Auftaktveranstaltung findet dazu am 9. April von 14 bis 18 Uhr unter freiem Himmel im Stadtzentrum und an ausgewählten Standorten statt. Organisiert wird sie vom LUKA-Netzwerk, einem Zusammenschluss der Sozialpädagogen in Luckenwalde und Umgebung.

Schon mehrfach diskutiert

Schon mehrfach hatten die Stadtverordneten im vergangenen Jahr teils kontrovers über Möglichkeiten der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen diskutiert – vom festgelegten finanziellen Budget über einen Jugendbeirat bis zur Lenkungsgruppe mit 30 Mitgliedern. Schließlich hatten die Stadtverordneten die Verwaltung beauftragt, das erste Kinder- und Jugendforum in der Stadt zu organisieren.

Es gab schon mehrere Anläufe für das Vorhaben. So sollte bereits im vergangenen Sommer ein sogenanntes Barcamp – ein zweitägiges moderiertes und ergebnisoffenes Kinder- und Jugendforum – in Luckenwalde stattfinden. Weitere Versuche folgten. „Doch die Corona-Krise hat uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauert Organisator Jens Bunk, Jugend- und Sozialarbeiter der Stadt Luckenwalde. „Jetzt wollen wir einfach endlich mal loslegen.“


Der Flyer für Jugendaktion „Misch(t) mit“ in Luckenwalde. Quelle: Privat

Am 9. April also ziehen mindestens sechs Sozialarbeiter mit Mikrofon, Kamera und Stift los, um in der Stadt junge Leute zu befragen und mit ihnen kleine Video-Clips zu drehen. „Komm und versuch dich als Bürgermeister/in“ lockt die Aufforderung auf dem entsprechenden Flyer.

In die Rolle eines Bürgermeisters

„Die jungen Leute können einfach mal gedanklich in die Rolle eines Bürgermeisters schlüpfen und kundtun, was sie anders oder besser machen und wie sie Luckenwalde gern verändern würden“, kündigt Bunk an.

Beantworten sollen die Kids zunächst drei Fragen: Was gefällt mir an Luckenwalde? Was gefällt mir nicht an der Stadt? Und was wäre meine erste Amtshandlung, wenn ich Bürgermeister wäre?

Bereits jetzt im Vorfeld können Kinder und Jugendliche online unter www.luckenwalde-jugend.de ihre Meinung äußern, kleine Kommentare abgeben oder Videos einspielen.

Start ist am Boulevard

Am 9. April starten die Sozialarbeiter auf dem Boulevard und ziehen dann weiter zu den beliebten Treffpunkten der Jugendlichen, wie zum Beispiel den BMX-Trails, dem Nuthepark, der Fischtreppe im Elsthal oder dem Wiesendreieck. Aber auch am Nuthefließ, am Freibad Elsthal, an den Freizeitzentren Go7, Klab und Treffpunkt 29 sollen die Mädchen und Jungen besucht werden.

„Alles ist natürlich freiwillig und wir hoffen, dass viele Jugendliche neugierig und offen sind“, sagt Bunk. Wer es möchte, kann sich mit der Kamera ablichten lassen und akustisch seine Meinung kund tun.

Die Videoschnipsel sollen dann gesichtet, geschnitten und veröffentlicht werden. „Dazu brauchen wir dann natürlich die Erlaubnis der Eltern oder das ausdrückliche Einverständnis der volljährigen jungen Leute“, sagt Jens Bunk.

Barcamp nicht vom Tisch

Der Plan vom Barcamp ist nicht vom Tisch. „Wenn es die Corona-Situation wieder erlaubt, wollen wir nach diesem Vorbereitungs-Workshop auch die physische Veranstaltung umsetzen“, sagt Bunk. Gesondert bewertet werden sollen die Meinungen vom 9. April nicht. „Wir machen uns erst mal ein Bild von der Stimmung und schauen dann, wohin die Reise geht“, so der Sozialarbeiter.

Auch im Detail sollen die jungen Leute künftig mitentscheiden. So kann beispielsweise vom 1. April bis zum 31. Mai abgestimmt werden, welches neue Wasserspielzeug für das Freibad Elsthal angeschafft werden soll. Den Jugendlichen wird die Abstimmung standesgemäß digital angeboten und damit leicht gemacht. Sie können entweder auf einen Link klicken oder eine QR-Code scannen.

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